Leckagenortung

Besonders im Winter ist mit dem Eindringen von Kaltluft zu rechnen. Undichtigkeiten können im Zusammenhang mit einer BlowerDoor-Messung und der Herstellung eines Unterdrucks von 50 Pascal mittels der Thermografie lokalisiert und visualisiert werden. So können verdeckte Mängel erkannt und gezielt behoben werden ohne die gesamte Verkleidung zu öffnen.

 

Es gibt drei Möglichkeiten, Leckagen zu suchen:


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Leckagesuche mit dem Anemometer

Ein Anemometer ist ein Luftströmungsmessgerät.

Zu Beginn einer Leckagenortung wird im Gebäude mit der BlowerDoor-Anlage ein gleichbleibender Unterdruck von ca. 50 Pascal erzeugt. Der Druck ist im Gebäude kaum spürbar. Dafür werden alle Außentüren und -fenster geschlossen und alle Innentüren geöffnet. 

Ist der konstante Unterdruck aufgebaut, geht einer unserer erfahrenen Messtechniker mit dem Anemometer durch das Gebäude und überprüft die Gebäudehülle auf Dichtheit. 

Typische Orte für Leckagen sind zum Beispiel in der fehlerhaften Abklebung der Dampfbremse im Dachstuhl, mangelhafte Anschlüsse der Dampfbremse sowie fehlerhaft eingestellte Türen und Fenster.

Der Wert auf dem Anemometer gibt schließlich an, in wieviel m/sek die Luft von außen nach innen durch die Leckage strömt. Ist der Wert relativ hoch, kann der Luftstrom auch mit der bloßen Hand erfühlt werden.

Die Leckagenortung kann sowohl bei einem fertig gebauten Gebäude im Endzustand, sowie baubegleitend durchgeführt werden. Ist die Messung baubegleitend, d.h. die Folie im Dachstuhl z.B. noch zugänglich, hat es den Vorteil, dass die Leckagen direkt vor Ort nachgebessert werden können.

 

Die Prüfung mit dem Anemometer ist die einfachste Methode Undichtigkeiten in der Gebäudehülle aufzuspüren.


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Nebelmessungen

Nebelmessungen werden durchgeführt, um Leckagen in der Gebäudehülle zu orten und somit Schwachstellen zu visualisieren. Die Messung wird durch ein BlowerDoor-Gebläse in Kombination mit einem Nebelgenerator durchgeführt. Mittels BlowerDoor-Gebläse wird kontinuierlich Luft ins Gebäudeinnere gepumpt und ein Überdruck erzeugt. Die Nebelmaschine wird im Innern positioniert und erzeugt einen künstlichen, gesundheitlich unbedenklichen Nebel, dieser entweicht durch den Überdruck an möglichen undichten Stellen nach draußen und macht die Leckagen eindeutig sichtbar.

 

Diese Messung kann bei kleineren Gebäudeteilen aber genauso auch in großen Gebäuden wie beispielsweise in Industriehallen eingesetzt werden. Durch den Einsatz von Nebelmaschinen in verschiedenen Größen kann die gewünschte Menge Nebel exakt erzeugt und positioniert werden, genau dort wo Undichtigkeiten erwartet werden. Aber auch wenn es keine konkreten Hinweise im Voraus  gibt, wo die Leckagen zu verorten sein könnten, kann die Nebelmessung zum Einsatz kommen, indem einfach das gesamte Gebäude eingenebelt und somit komplett auf Luftdichtheit geprüft wird.

 

 

Unsere erfahrenen Messtechniker erstellen hierzu eine Fotodokumentation.


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Thermografie

Schwachstellenanalyse mittels Thermografie und BlowerDoor-Tests

Thermografie ist ein bildgebendes Verfahren, das Temperaturverteilungen für das menschliche Auge sichtbar macht. Sie ermöglicht die Darstellung von Infrarotstrahlung und kann die von einem Objekt abgestrahlte Energie durch verschiedene Farben anhand von Wärmebildern bestimmbar machen.

Auf diese Weise werden die thermischen Schwachstellen eines Gebäudes erkennbar.

Für den Einsatz der Thermografie bieten sich im Bau unterschiedliche Anwendungen und Aufgabenstellungen an.  Wir setzten diese hauptsächlich zur erweiterten Leckagen-ortung ein, um die Luftdichtheit der Gebäudehülle genauer zu analysieren.

Hierdurch werden die thermischen Fehlstellen eines Gebäudes für das menschliche Auge visualisiert und können so gezielt geortet und Nachbesserungen ausgeführt werden ohne einen kompletten Rückbau.

Mittels einer BlowerDoor-Gebläse wird ein Unterdruck im Gebäude erzeugt, sprich, kalte Außenluft strömt von außen durch mögliche Fehlstellen und Leckagen nach innen ins Gebäude. Dieser kühle Luftstrom wird dann von der Wärmebildkamera sichtbar gemacht.

Durch die Differenzthermografie ist es möglich nur die Veränderungen der Temperaturen in einem bestimmten Zeitraum visuell abzubilden. Dadurch ist es möglich innerhalb einer kurzen Zeitspanne, auch mit einer sehr geringen Temperaturdifferenz von innen und außen, Leckagen und Lufthinterströmungen sicher zu erkennen und von anderen Problembereichen abzugrenzen. Wir sprechen hier bei der Darstellung der Thermogramme von Kaltluftfahnen oder Coolspots, die ursächlich durch Leckagen in der luftdichten Ebene hervorgerufen werden. Diese Prüfverfahren sind ganzjährig auch bei nur geringen Temperaturunterschieden einsetzbar.

Klarer Vorteil ist, dass bei dieser Untersuchungsmethode Mängel zerstörungsfrei, ohne kosten- und arbeitsintensives Öffnen einzelner Bauteile, punktgenau lokalisiert werden können.

Die Bausubstanz wird durch die Untersuchung in keiner Weise geschädigt.

 Jedoch ist eine erweiterte Leckagenortung der luftdichten Ebene mittels Thermografie und Unterdruck durch eine BlowerDoor-Anlage nur unter folgenden Voraussetzungen möglich: 

  • Temperaturunterschied innen/außen sollte mindestens 10 Kelvin (10° Celsius) betragen (Differenzthermografie ist auch ein ganzjährig einsetzbares Prüfverfahren)
    (nur möglich mit hochauflösenden und professionellen Systemen oder die Auswertung mit spezieller Software)

Wärmebrückenanalyse mittels Thermografie

Im Unterschied zur oben beschriebenen Leckagenortung wird die Thermografie auch zur Untersuchung und Darstellung von Wärmebrücken eingesetzt. Hier wird die Bausubstanz ohne Unterdruck oder Überdruck untersucht. Dies ist nur bei bedecktem Himmel oder in den Nacht- oder Morgenstunden möglich. Schwachstellen der Wärmeleitung von Baumaterialien, sowie thermische Wärmeverluste und geometrische Wärmebrücken werden hierdurch visualisiert.

Die Voraussetzungen hierfür unterscheiden sich zu dem oben beschriebenen Verfahren.

  • Temperaturunterschied innen/außen sollte mindestens 15 Kelvin (15° Celsius) betragen
  • alle Innenräume 24 Std. vorher auf ca. 20° aufheizen
  • keine Sonneneinstrahlung
  • kein Regen oder Schneefall
  • geringer Wind

Auf Grund der benötigten Temperaturdifferenz führen wir thermografische Untersuchungen zur Darstellung von Wärmebrücken nur in der kühleren Jahreszeit durch. Idealer Zeitpunkt für die Messung ist früh morgens oder nach Sonnenuntergang.

Schwachstellen in der Bauausführung bzw. Wärmebrücken am Baukörper, die mit Hilfe der Thermografietechnik aufgespürt werden können, sind z. B.:

 

  • Wärmebrücken in Innenräumen, die Energieverlust zur Folge haben
  • Feuchteschäden, die zur Schimmelpilzbildung führen können
  • Schäden an Heizungsrohren und Wasserleitungen
  • Leckagen in der Fußbodenheizung
  • durchnässte Bereiche von Flachdächern oder Fassaden
  • Leckagen in der Luftdichtigkeitsebene
    (in Verbindung mit der BlowerDoor-Messung)

 

Ausrüstung

Wir arbeiten mit unterschiedlichen professionellen Infrarot-Wärmebildkameras mit bis zu einer Auflösung von bis zu 1.280 x 960 Pixel und einer Temperaturdifferenzierung von bis zu 0,03 K (0,03 C°). Das entspricht einer 64-fach höheren Auflösung, als die oft für Gebäudethermografien eingesetzten gering auflösenden Systeme von 160 x 120 Pixel und einer Temperaturdifferenzierung von kleiner 0,1 K (0,1 C°). 

 

Die von uns eingesetzte Wärmebildkamera ist hervorragend für eine detaillierte, energetische Untersuchung Ihres Gebäudes geeignet und durch ihre hohe Empfindlichkeit auch im Vergleich jahreszeitenunabhängig einzusetzen. Dies gilt besonders in Verbindung mit einer BlowerDoor-Messung.