Glossar

Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Begriffe zum BlowerDoor-Test und erläutern diese für Sie.

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DIN EN ISO 9972

Die DIN EN ISO 9972 - Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden, Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden, Differenzdruckverfahren - ist die neueste Messnorm für Luftdurchlässigkeitsmessungen. Sie ist 12/2015 erschienen und ersetzt die DIN EN 13829. 

 

In Deutschland ist der Nachweis der Luftdichtheit allerdings weiterhin nach der DIN EN 13829 zu erbringen, da die Energieeinsparverordnung EnEV  für die Überprüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle explizit auf diese verweist. 

 

BlowerDoor Tests die nicht in den Geltungsbereich der EnEV fallen, können auch gemäß der neuen DIN EN ISO 9927 durchgeführt werden.


N₅₀

n₅₀ ist die Luftwechselrate (volumenbezogener Leckagestrom) bei 50 Pa. Die Berechnung erfolgt, indem der Leckagestrom V₅₀ durch das Innenvolumen V geteilt wird: n₅₀ (h⁻¹) = V₅₀ (m³/h) / V (m³). Die Luftwechselrate bei 50 Pa gibt an, wie oft das gesamte Innenvolumen bei einer Druckdifferenz von 50 Pa in 60 Minuten ausgetauscht wird. Sie ist die am häufigsten verwendete Kenngröße, national wie auch international. In der EnEV und in der DIN 4108-7 sind die entsprechenden Grenzwerte aufgeführt.


Q₅₀

Q₅₀ ist die Luftdurchlässigkeit (hüllflächenbezogener Leckagestrom) bei 50 Pa. Die Berechnung erfolgt, indem der Leckagestrom V₅₀ durch die Hüllfläche AE geteilt wird: q₅₀ (m³/(h • m²) = V₅₀ (m³/h) / AE (m²). Die Luftdurchlässigkeit bei 50 Pa gibt an, wie viele Kubikmeter Luft bei einer Druckdifferenz von 50 Pa pro Stunde durch 1 m² Hüllfläche im Mittel hindurch strömen. Sie ist eine geeignete Kenngröße zur Beurteilung der Luftdichtheit von großen Gebäuden. In der DIN 4108-7 der entsprechende Grenzwert aufgeführt.


W₅₀

W₅₀ ist der Nettogrundflächenbezogene Leckagestrom bei 50 Pa. Die Berechnung erfolgt, indem der Leckagestrom V₅₀ durch die Nettogrundfläche AF geteilt wird: w₅₀ (m³/h • m²)) = V₅₀ (m³/h) AF (m²). Der Nettoflächenbezogene Leckagestrom bei 50 Pa gibt an, wie viele Kubikmeter Luft bei einer Druckdifferenz von 50 Pa auf 1 m² pro Stunde entfallen. Es handelt sich bei dieser Kenngröße um einen relativ einfach zu ermittelnden Wert. In der DIN 4108-7 von 2001 sind die entsprechenden Grenzwerte aufgeführt, in der neuen Fassung von 2011 sind allerdings keine Werte mehr hierzu enthalten.


Hüllfläche

Die Hüllfläche AE des untersuchten Gebäudes bzw. des Gebäudeteils ist die Gesamtfläche, die das untersuchte Volumen umschließt, d.h. die Gesamtfläche aller Wänden, Decken und Böden. Die Hüllfläche wird berechnet, indem die Innenmaße über alles herangezogen werden. Maßgeblich für die Innenhöhe über alles sind die Untergrenze der untersten lichten Raumhöhe und die Obergrenze der obersten lichten Raumhöhe. Nicht von der Hüllfläche abgezogen werden die Schnittflächen mit den Innenwänden und Zwischendecken. 


Verfahren A / Verfahren B nach DIN EN 13829

In der Messnorm DIN EN 13829 sind zwei Verfahren zur Luftdichtheitsmessung beschrieben: Verfahren A und Verfahren B. Der Unterschied beider Verfahren liegt in der Gebäudevorbereitung, die notwendig ist um die Luftdurchlässigkeit zu messen.

  • Verfahren A: Das Gebäude wird im Nutzungszustand geprüft. D.h., der Zustand der Gebäudehülle soll dem Zustand der Jahreszeit entsprechen, in der Heizungs- oder Klimaanlagen genutzt werden. Außer dem Schließen von Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen darf nichts verändert werden. Das Verfahren A kommt zum Nachweis der Anforderungen an die Luftdichtheit gemäß DIN 4108-7 zur Anwendung. 
  • Verfahren B: Die Gebäudehülle wird geprüft. D.h., alle absichtlich vorhandenen Öffnungen in der Gebäudehülle werden temporär geschlossen oder abgedichtet (entsprechend den Vorgaben der DIN EN 13829). Das Verfahren B  ist in Deutschland als Nachweis der Anforderungen an die Luftdichtheit gemäß Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. 

Beide Verfahren unterscheiden sich lediglich in der Gebäudepräparation, nicht im Messzeitpunkt. Die Luftdichtheitsmessung kann erst durchgeführt werden, wenn die Hülle des zu untersuchenden Gebäudes / Gebäudeteils fertiggestellt ist. Frühere, d.h. baubegleitende Untersuchungen zur Überprüfung der Luftdichtheit kann man nicht Verfahren A oder B zuordnen.